Modern und historisch bewusst:
der Regensburger Kulturmix
Das Kulturleben erhält durch einen Mix von alt und neu einen besonderen Reiz. Neben dem mehr als eintausend Jahre alten, weltberühmten Chor der Regensburger Domspatzen begeistern die atemberaubenden Auftritte der Regensburger Traumfabrik, einer aus dem Universitätssportbereich herausgewachsene Showtruppe, die Zuschauer vor Ort und auf überregionalen Bühnen, in europäischen Hauptstädten oder bei Weltausstellungen. Das Theater- und Konzertleben kann im alten oder neuen Rahmen genossen werden: Im vorbildlich restaurierten klassizistischen Theater am Bismarckplatz, einem Bau des portugiesischen Architekten Emanuel von Herigoyen aus dem 19. Jahrhundert, oder in dem nüchternen Betonbau des Auditorium maximum, genannt Audimax, der Universität aus den 1970er Jahren. Alternativ lädt ein funktionell-modern eingerichteter Jugendstilbau aus der Zeit um 1900, das Velodrom, zu Theater- und Konzertaufführungen ein. In der Nachbarschaft am Arnulfsplatz können Satire und Kabarett in einem Kellertheater, dem „Statt-Theater“, genossen werden. Alte Bausubstanzen wie der Leere Beutel (ein Kornspeicher), der Salzstadel, die Alte Mälzerei (ein Brauereigebäude), der Kulturspeicher (ein Hafengebäude) und der Andreasstadel wurden zu Kristallisationspunkten lebendiger Kultur.
In den Sommermonaten gipfelt dieses ohnehin schon reichhaltige schöpferische Selbstverständnis der Stadt in zahlreichen renommierten Veranstaltungen, in denen beinahe jeder Geschmack seine Verwirklichung findet. „What we play is life“, sagte einst Jazz-Legende Louis Armstrong. Beim Bayerischen Jazzweekend, das jedes Jahr in Regensburg stattfindet und Musikliebhaber aus ganz Deutschland anlockt, wird dieser Satz zur Maxime für Hunderte von Musikern. An diesen Tagen gleicht die Innenstadt einem Taubenschlag. Tausende jazzbegeisterte Regensburger und Besucher swingen und tanzen auf den Plätzen und in den Gassen oder genießen einfach nur als stille Beobachter auf den zahlreichen Freisitzen der Stadt das pulsierende, aber dennoch auf seine Art intime Musikspektakel.
Die Tage alter Musik, nicht weniger berauschend, aber dennoch von völlig anderer Natur, sind ein Magnet für die Liebhaber innovativer klassischer Musik. Immer um die Pfingstzeit ertönen in Regensburg musikalische Klänge aus längst vergangenen Zeiten. Altertümliche Instrumente kombiniert mit historischer Aufführungspraxis machen Musik-Geschichte visuell und akustisch erlebbar. Die mittelalterliche Altstadt und das beschauliche Flair der Domstadt bieten die ideale Szenerie für das musikalisch-historische Spektakel, das von einem führenden Fachmagazin als eines der renommiertesten Festivals seiner Art beschrieben wird.
Leseratten zieht es zur jährlich statt findenden Prager Nacht. Dieses Ereignis steht unter dem Zeichen „Literatur erleben – aber mal anders.“ Mit einem Shuttle-Bus werden die Besucher von einem ausgefallenen Ort zum nächsten gebracht. Dort lauschen sie den Geschichten ausgewählter Literaten.
Zweifelsohne zu den stilvollsten Open-Air-Veranstaltungen im bayerischen Raum gehören die Thurn und Taxis-Schlossfestspiele. Vor der malerischen Kulisse des fürstlichen Innenhofs reichen sich hier jeden Sommer prominente Vertreter der Schauspiel- und Musikszene die Hände. Liebhaber klassischer Musik kommen hier ebenso auf ihre Kosten wie Freunde des Theaters. Klassik-Fans zieht es in Regensburg zu den Rathauskonzerten, die jährlich im Frühsommer in der vornehmen Atmosphäre des prunkvollen Reichssaals im Alten Rathaus stattfinden. Zu einer beliebten kulturellen Anlaufstätte ist auch der sanierte Andreasstadel geworden. In dem gewaltigen Gebäude befindet sich das Künstlerhaus, das eine Kunst-Akademie sowie zahlreiche regionale Künstler aus den verschiedensten Kultursparten beherbergt und ein beliebter Veranstaltungsort ist.
Wenn es langsam gen Winter geht und sich auch einmal ein kalter, nebliger Schleier über Regensburgs Dächer senkt, ist die Zeit reif für die Regensburger Kurzfilmwoche. Mehr als 6 000 Besucher begeben sich Jahr für Jahr in die Welt aktueller internationaler Kurzfilmproduktionen, von Filmen aus der Region und Kurzfilm-Klassikern. Für Liebhaber formvollendeter Bewegungskunst hingegen sind die Regensburger Tanztage ein besonderer Sinnenschmaus. Ende der 90er Jahre hat sich das Tanz-Spektakel in Regensburg etabliert und zählt nun unverrückbar zu den festen Größen im Kulturreigen der Stadt.
Kultur leben heiß auch, sich einen wachen Geist für die künstlerische Lebensart anderer Länder zu bewahren. Seit 2003 rückt die donumenta jedes Jahr die Kunst- und Kulturszene eines der zehn Donauländer in ihren Fokus. Workshops, Symposien und Konferenzen zeigen interkulturelle Unterschiede und Gemeinsamkeiten, inspirieren, motivieren und reißen unsichtbare Grenzen ein. Die donumenta – ein Bindeglied zwischen Kulturschaffenden verschiedener Nationen und (inter)kulturelle Vollwertkost auf hohem Niveau.
Kulturelle Veranstaltungen und kreative Knotenpunkte gibt es in Regensburg so reichlich wie Kies am Donauufer. . Auch ein Abstecher in die Ostdeutsche Galerie, ein Opernabend im aufwendig sanierten Theater Regensburg am Bismarckplatz oder eine vergnügliche Nacht im Kabarett vermag den Kulturhunger der Besucher zu stillen. Zuweilen reicht es auch schon, gemütlich durch die engen Gassen der Altstadt zu flanieren: Kunstgalerien und Ateliers reihen sich hier aneinander und buhlen um die Aufmerksamkeit der Vorübergehenden. Oder man sucht sich einfach ein stilles Plätzchen am Donauufer, blickt auf die mittelalterliche Silhouette der Stadt und genießt die Anmut des bunt leuchtenden Ensembles aus mittelalterlichen Häuserreihen, die sich flackernd im Schein der Laternen im dunklen Donauwasser spiegeln.