Regensburg vereint in seinem Denkmalbestand in für Deutschland einmaliger Weise Zeugnisse politischer und konfessioneller Repräsentation

Politische Repräsentation

Als exponiertes römisches Legionslager, als frühmittelalterliches Zentrum des ostfränkischen Reichs, als vielfacher Tagungsort von Reichsversammlungen bis in die Neuzeit und vor allem als Sitz des Immerwährenden Reichstags von 1663 bis zum Ende des Heiligen Römischen Reichs 1806 war Regensburg einer der wichtigsten Schauplätze europäischer Geschichte.

Als Kaiser Marc Aurel im Jahre 179 n. Chr. das Legionslager Castra Regina anlegte, sollte am nördlichsten Punkt der Donau ein mächtiger Militärstützpunkt geschaffen werden, der zum Feind hin besonders repräsentativ ausgestattet war (porta praetoria). Die Stadt war Hauptsitz der bayerischen Herzöge bis 788, wichtigster Pfalzort des ostfränkischen Reiches neben Frankfurt, Hauptstadt der bayerischen Herzöge des 10. Jahrhunderts aus dem luitpoldingischen und dem luidolfingischen Haus, bevorzugter Tagungsort von Reichsversammlungen im Südosten des Heiligen Römischen Reichs bis zum 30jährigen Krieg und Sitz des Immerwährenden Reichstags von 1663 bis zum Untergang des Heiligen Römischen Reichs.

Abbildungen:

Porta Praetoria, Bischofshof, Brixener Hof, Herzogshof, Römerturm, Rathaus, Palais Löschenkohl

All diese Phasen hinterließen ihre sichtbaren und immer noch erlebbaren Spuren: die karolingischen Pfalzen am Alten Kornmark und bei St. Emmeram, die Kloster-, Bischofs- und Grafenhöfe des 10. Jahrhunderts, der Sitzungsbereich des Immerwährenden Reichstags und die dazugehörigen Gesandtschaftshäuser. Ferner finden sich noch in seltener Differenziertheit bauliche Zeugnisse lokaler, politisch unabhängiger Herrschaftsmittelpunkte innerhalb der Mauern der Freien Reichsstadt Regensburg.

Seit 739 ist die Stadt Sitz eines Bischofs, der seine Residenz bis zum Ende des Alten Reiches benutzte (Bischofshof, Dom, Dompfarrkirche St. Ulrich und Domherrenhöfe). Außerdem gab es drei Klöster, die die Reichsstandschaft innehatten: St. Emmeram, Ober- und Niedermünster.

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