Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
auch wenn Regensburg noch so schön ist – wenn man frei hat, möchte man manchmal auch in die Ferne schweifen. Kürzlich bin ich mit Freunden auf der griechischen Insel Korfu gewesen. Es hat einfach gut getan, einmal durchzuschnaufen, das Meer und die Sonne zu genießen und sich den Wind des ionischen Meeres um die Nase wehen zu lassen!
Über einen Kontakt mit einem Einheimischen ist es zu einem Empfang und einem Gespräch mit dem Oberbürgermeister von Korfu-Stadt, griechisch Kérkyra, gekommen. Wie Sie sich sicherlich vorstellen können, gab es da natürlich viel zu erzählen. Wir haben festgestellt, dass die Altstadt von Kérkyra ebenfalls zum Welterbe der UNESCO gehört, und zwar auch erst seit kurzer Zeit, nämlich seit 2007. Erst heuer wurde offiziell die Urkunde überreicht.
Wie Regensburg kann die griechische Insel auf eine lange bewegte Geschichte zurückblicken. Bereits in der späten Jungsteinzeit siedelten dort Menschen. Im 14. Jahrhundert bauten die Venezianer in Korfu-Stadt eine Festungsanlage, um sich eine gute strategische Position am Eingang zum adriatischen Meer zu sichern. Danach wechselten sich Italiener, Franzosen, Briten und Griechen in der Herrschaft über die zweitgrößte ionische Insel ab.
Aber nicht nur in historischer Hinsicht fanden wir viele Gemeinsamkeiten, die uns einander nähergebracht haben. Wie für Regensburg spielt auch für Kérkyra der moderne Tourismus eine wichtige Rolle. Und das Prädikat der UNESCO stellt die Inselbewohner genauso wie uns Regensburger vor die Aufgabe, ihr Erbe zu bewahren und gleichzeitig lebendig zu erhalten. Ich habe über unsere Regelungen zum Schutz der Altstadt erzählt und ihm vorgeschlagen, sich doch direkt vor Ort einmal ein Bild zu machen. Im Gespräch hat sich herausgestellt, dass die UNESCO Kérkyra viele „Hausaufgaben“ gestellt hat, die wir bereits vorbildlich erfüllen. Er hat meine Einladung gerne angenommen und versprochen, dass er bald einmal zu einem Erfahrungsaustausch an die Donau kommen wird.
Ich habe einen neuen Freund gewonnen und bin selbst mit vielen Anregungen im Gepäck zurück nach Regensburg gereist. Schon jetzt freue ich mich auf den Gegenbesuch in Regensburg und bin mir sicher, dass beide Seiten von den Kontakten profitieren werden.
Mit herzlichen Grüßen
Ihr

Hans Schaidinger
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